Nebenkostenabrechnung

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Nebenkostenabrechnung: Was Vermieter und Mieter wissen müssen

Die Nebenkostenabrechnung ist ein wichtiger Bestandteil des Mietverhältnisses, der oft Fragen und Missverständnisse aufwirft. Sie dient dazu, die zusätzlichen Kosten, die über die Kaltmiete hinausgehen, zu berechnen und zwischen Mieter und Vermieter abzurechnen. Doch was genau gehört zu den Nebenkosten, wie wird die Abrechnung korrekt erstellt und was müssen sowohl Vermieter als auch Mieter beachten?

In diesem Beitrag erklären wir alles Wichtige rund um das Thema Nebenkostenabrechnung, sodass sowohl Vermieter als auch Mieter bestens informiert sind.

Sie als Vermieter haben Fragen?

Was sind Nebenkosten?

Nebenkosten sind alle Kosten, die zusätzlich zur reinen Kaltmiete anfallen. Sie betreffen den Betrieb und die Nutzung des Gebäudes und können je nach Mietvertrag variieren. In der Regel wird sich aber auf die Betriebskostenverordnung und deren 17 Betriebskostenarten berufen. Außerdem regelt die Heizkostenverordnung die Verteilung einiger Kosten. Zu den typischen Nebenkosten zählen:

  • Heizungskosten (Gas, Fernwärme, Öl etc.)
  • Wasserkosten (Kalt- und Warmwasser)
  • Abwassergebühren
  • Müllabfuhr und Reinigungsgebühren
  • Hausmeisterkosten
  • Straßenreinigung und Winterdienst
  • Versicherungen (z. B. Gebäudeversicherung)
  • Kosten für den Aufzug
  • Gartenpflege und Pflege von Gemeinschaftseinrichtungen

Diese Kosten werden in der Regel einmal jährlich abgerechnet, sodass der Mieter entweder nachzahlen oder eine Rückerstattung erhalten kann.

Wie funktioniert die Nebenkostenabrechnung?

Die Nebenkostenabrechnung erfolgt in der Regel jährlich und basiert auf den tatsächlichen Kosten des vergangenen Jahres. Der Vermieter ist verpflichtet, die Nebenkostenabrechnung innerhalb von 12 Monaten nach Ende des Abrechnungszeitraums zu erstellen und dem Mieter zu übermitteln. Andernfalls verjährt der Anspruch auf Nachzahlung.

Schritte der Nebenkostenabrechnung:

  1. Erfassung der Gesamtkosten: Alle Nebenkosten müssen vom Vermieter gesammelt und zusammengefasst werden. Dazu gehören alle Rechnungen, die während des Abrechnungszeitraums für die oben genannten Kosten angefallen sind.
  2. Verteilung der Kosten: Die Nebenkosten werden gemäß der im Mietvertrag vereinbarten Verteilerschlüssel auf die Mieter umgelegt. Üblich sind zwei Verteilerschlüssel:
    • Verbrauchsabhängige Abrechnung: Kosten wie Heiz- und Wasserkosten werden basierend auf dem tatsächlichen Verbrauch des Mieters abgerechnet.
    • Flächenabhängige Abrechnung: Bei anderen Nebenkosten wird der Anteil des Mieters an den Gesamtkosten nach der Wohnfläche berechnet.
  3. Berechnung der Vorauszahlungen: Die Nebenkostenabrechnung vergleicht die bereits geleisteten Vorauszahlungen des Mieters mit den tatsächlichen Kosten. Wenn die Vorauszahlungen zu hoch waren, erhält der Mieter eine Rückzahlung. Wenn sie zu niedrig waren, muss der Mieter nachzahlen.
Nebenkostenabrechnung

Worauf Mieter bei der Nebenkostenabrechnung achten sollten

Mieter sollten die Nebenkostenabrechnung genau prüfen, um sicherzustellen, dass die Berechnungen korrekt und fair sind. Hier sind einige Dinge, auf die Mieter achten sollten:

  • Fristen beachten: Die Nebenkostenabrechnung muss spätestens 12 Monate nach Ende des Abrechnungszeitraums beim Mieter eingehen. Ist dies nicht der Fall, kann der Vermieter keine Nachforderungen mehr stellen.
  • Verteilerschlüssel: Mieter sollten prüfen, ob der Verteilerschlüssel korrekt angewendet wurde. Wenn beispielsweise Heizkosten nicht verbrauchsabhängig abgerechnet werden, kann dies zu einer ungerechtfertigten Kostenaufteilung führen.
  • Aufschlüsselung der Kosten: Der Vermieter muss eine transparente und nachvollziehbare Aufschlüsselung der einzelnen Nebenkostenpositionen geben. Pauschale Posten oder undurchsichtige Rechnungen sind unzulässig.
  • Überprüfen von Einzelpositionen: Mieter sollten die einzelnen Rechnungen und Kosten prüfen und sicherstellen, dass sie nur für die in Anspruch genommenen Leistungen bezahlen.
  • Forderung nach Belegen: Bei Unklarheiten oder Zweifeln kann der Mieter vom Vermieter die entsprechenden Belege oder Rechnungen verlangen.

Worauf Vermieter bei der Nebenkostenabrechnung achten sollten

Auch Vermieter müssen einige rechtliche Vorgaben beachten, um eine korrekte Nebenkostenabrechnung zu erstellen:

  • Fristgerechte Abrechnung: Der Vermieter muss die Nebenkostenabrechnung innerhalb von 12 Monaten nach dem Ende des Abrechnungszeitraums vorlegen. Versäumt er dies, kann er keine Nachzahlungen mehr fordern.
  • Transparenz und Nachvollziehbarkeit: Alle Kosten müssen klar und transparent aufgeschlüsselt werden. Der Mieter hat das Recht, alle Unterlagen einzusehen, die zur Berechnung der Nebenkosten notwendig sind.
  • Abrechnung nach Mietvertrag: Der Vermieter muss den im Mietvertrag vereinbarten Verteilerschlüssel korrekt anwenden. Ein häufiger Fehler ist die fehlerhafte Umlegung von Kosten, die nicht im Vertrag geregelt sind.
  • Nutzung von Abschlägen: Vermieter sollten darauf achten, dass die Vorauszahlungen der Mieter realistisch und korrekt kalkuliert sind, um Nachforderungen zu vermeiden. Eine zu hohe Vorauszahlung kann Mieter verärgern, eine zu niedrige kann zu großen Nachzahlungen führen.
  • Einheitliche Abrechnung: Wenn mehrere Mieter in einem Gebäude wohnen, sollte der Vermieter darauf achten, dass die Abrechnungen für alle Mieter nach denselben Kriterien erstellt werden. Dies vermeidet Streitigkeiten und mögliche rechtliche Auseinandersetzungen.

Fallstricke bei der Nebenkostenabrechnung

Bei der Nebenkostenabrechnung gibt es einige rechtliche Fallstricke, die sowohl Vermieter als auch Mieter kennen sollten:

  • Vorauszahlungen: Bei einem Mietvertrag mit Vorauszahlungen müssen diese korrekt ermittelt und mit den tatsächlichen Nebenkosten abgeglichen werden.
  • Nicht umlegbare Kosten: Einige Kosten sind laut Betriebskostenverordnung nicht umlegbar, wie etwa Verwaltungskosten, Instandhaltungskosten oder Kosten für die Herstellung und Modernisierung von Einrichtungen.
  • Fehlerhafte Abrechnung: Eine fehlerhafte oder unvollständige Nebenkostenabrechnung kann dazu führen, dass der Mieter nicht zur Nachzahlung verpflichtet ist.
  • Streitigkeiten über Kosten: Wenn Mieter mit der Abrechnung nicht einverstanden sind, können sie Widerspruch einlegen und eine Korrektur der Abrechnung verlangen. In schwerwiegenden Fällen kann es zu rechtlichen Auseinandersetzungen kommen.

Fazit: Nebenkostenabrechnung – Präzision ist der Schlüssel

Die Nebenkostenabrechnung ist ein komplexer, aber wichtiger Teil eines Mietverhältnisses. Eine korrekte und transparente Abrechnung fördert das Vertrauen zwischen Mieter und Vermieter und verhindert Konflikte. Mieter sollten die Abrechnung sorgfältig prüfen, während Vermieter sicherstellen müssen, dass sie alle gesetzlichen Anforderungen und die vertraglichen Vereinbarungen einhalten.

Bei der Immobilienagentur Edel achten wir bei Vermietungsaufträgen auf die Benennung der umlegbaren Nebenkosten im Mietvertrag und deren Verteilerschlüssel. Wenn Sie Unterstützung benötigen oder weitere Informationen wünschen, kontaktieren Sie uns einfach!